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Art Dierk Osterloh


Dierk Osterloh – Rezension Oeuvre 

Es ist nicht genug, hinter dem malerischen und bildhauerischen Oeuvre Dierk Osterlohs ausschließlich nach dem Schönen in der Kunst zu suchen. Zwei Kernaussagen des Künstlers geben hiervon ausreichend Kunde: Meine Bilder „geben die inneren Seiten meines Seins wider – sind also Ausdruck meiner Seele; sowie zum bildhauerischen Werk: „Auch bei den Objekten ist meine Intention, die Grundfesten des Lebens zu berühren“. Der Betrachter fühlt sich hier unwillkürlich, ja zwangsläufig an das „kollektive Unterbewußte“ und die „Archetypen“ C.G. Jungs erinnert. Mag Jungs Werk heute revisionsbedürftig, ja überholt sein, so fällt eine gewisse Seelenverwandtschaft hier doch ins Auge; ebenso fühlt man sich an viele Thesen des rumänischen Religionshistorikers und Mythologen Mircea Eliades erinnert. Es ist das Tiefe, nicht selten das Abgründige der menschlichen Seele und ihrer Befindlichkeiten des Werkes Dierk Osterlohs, welches nicht nur den kunstgeschichtlich Versierten hier so ungemein anspricht. Der nach schnellem Konsum und reiner Wertsteigerung fragende Kunstkonsument wird von Osterloh nicht bedient. Nur wer mehr in Kunst sucht und sieht, ja vielleicht sogar das Überzeitliche, wird sich angesprochen fühlen MÜSSEN. Es ist eine immer zeitlose Ästhethik hinter den Dingen, die Osterloh in ewiger Suche, ja bis zur völligen Erschöpfung hin sucht und dann auch immer wieder findet. Konsequent meidet er die seit dem Ende des 20. Jahrhunderts Platz greifende Auslotung des modernen Kunstmarkts. Hierbei ist es besonders die ausufernde und an Fastfood-Konsum erinnernde Zeitgeistbedienung, die Osterloh anderen überlässt. Nur wer die Grundfragen menschlicher Existenz sucht und hinterfragt, kann bei Osterloh fündig werden. Seine Kunst braucht Raum im besten und tiefsten Sinne, ja will in Ruhe betrachtet sein. Nur wer „Kunst jenseits des happenings“; fernab der so modern gewordenen `performances´ noch zu schätzen weiß, wird hier fündig werden. Mit tiefer Befriedigung kann sich derjenige bei Betrachtung von Dierk Osterlohs Werk wohl aufgehoben fühlen, ja zurücklehnen, der noch über ein „altes Auge“ verfügt. Hierunter will der Rezensent die schier unendliche Kenntnis der Symbolvielfalt, nicht nur der so genannten „primitiven“ Kunst, sondern auch die der prähistorischen bis frühmittelalterlichen Kunst der Alten Welt verstanden wissen, aus der Osterlohs Oeuvre schöpft. Man muss sich einlassen und hingeben WOLLEN, will man diese Art Kunst verstehen und auch genießen, ja einen philosophischen Nutzen über den Tag hinaus gewinnen. Wer hier aber sucht und findet, wird zweifelsohne feststellen, dass vieles von dem, was wir in der modernen Kunst – und damit auch auf dem Kunstmarkt! – als gegeben hinnehmen, letztendlich eine Chimäre ist. 


Dr. phil. Ulf Jäger

Gronau-Epe und Münster/ Westfalen 2007

Weitere Informationen über Dierk Osterloh finden Sie auf: www.art-osterloh.de